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3.
Der Krieg in Europa (1939–41)
3.1
Vom Angriff auf Polen bis zur Besetzung Dänemarks und
Norwegens
Großbrit.
entsandte ein Expeditionskorps auf den Kontinent, doch in
Überschätzung der dt. Kräfte verharrten Briten und Franzosen
hinter der Maginotlinie. Italien erklärte sich für ›nicht
kriegführend‹. Die dt. Wehrmacht besetzte bis zum 6. 10. Polen; am
30.)9. konstituierte sich in Paris eine poln. Exilregierung unter W.)Sikorski.
Am 17. 9. griff die Sowjetunion Polen von O her an. Ein dt.-sowjet. Grenz- und
Freundschaftsvertrag wurde am 28. 9. abgeschlossen: In Abänderung der
Vereinbarung vom 23. 8. kam Litauen an die Sowjetunion, während der dt.
Anteil am poln. Gebiet bis zum Bug erweitert wurde. Das Dt. Reich annektierte
Danzig sowie die ehem. dt. Gebiete und Teile N- und W-Polens, aus dem Rest wurde
das Generalgouvernement Polen gebildet. Die Sowjetunion gliederte sich die
ostpoln. Gebiete ein und führte die strateg. Sicherung ihres westl.
Vorfelds fort, indem sie zw. 28. 9. und 10. 10. Estland, Lettland und Litauen
zwang, ihr das Recht zur Truppenstationierung einzuräumen. Ähnl.
Territorialansprüchen widersetzte sich Finnland, mußte aber nach dem
durch den sowjet. Angriff vom 30. 11. ausgelösten Finn.-Sowjet. Winterkrieg
nachgeben (Friede von Moskau 12. 3. 1940).
Der
dt. Angriff auf Norwegen ab 9. 4. 1940 (gleichzeitig dt. Besetzung
Dänemarks) kam einer brit. Verminung der dortigen Küstengewässer
zuvor. Dt. Truppen besetzten gegen norweg. und brit. Widerstand bis zum 10. 6.
das Land. Schweden, das über für die dt. Rüstung unentbehrl. Erze
verfügte, blieb souverän, aber zu wohlwollendem Verhalten
gegenüber Deutschland gezwungen.
3.2
Der Westfeldzug und die Selbstbehauptung
Großbritanniens
Am
10. 5. 1940 fielen die dt. Truppen unter Verletzung der Neutralität dieser
Länder in den Niederlanden, in Belgien und Luxemburg ein. Die Niederlande
und Belgien kapitulierten am 14. bzw. 28. 5.; am 20. 5. erreichten die dt.
Truppen die Mündung der Somme. Allerdings gelang es 340)000 bei
Dünkirchen eingeschlossenen brit., frz. und belg. Soldaten – wenn
auch ohne Ausrüstung –, nach Großbrit. zu entkommen. Zw. 5. und
22. 6. rückten dt. Truppen überall bis an die nord- und westfrz.
Küste vor und besetzten Frankreich zu drei Fünfteln. Elsaß und
Lothringen wurden unter einer dt. Zivilverwaltung dem Dt. Reich faktisch
angegliedert (ebenso Luxemburg). Die von Marschall P. Pétain
neugebildete, auf den unbesetzten Teil Frankreichs und Teile der Kolonien
beschränkte autoritäre Regierung etablierte sich in Vichy (État
Français); als Sprecher des Freien Frankreich bemühte sich
unterdessen in London C. de Gaulle um die Sammlung der Exilkräfte. Nach dem
schnellen Sieg im W befand sich Hitler auf dem Höhepunkt seiner
Popularität in Deutschland, die gegen die Skepsis führender
Militärs errungenen Erfolge entzogen den oppositionellen Kräften in
der Heeresführung den Boden. Am 10. 6. 1940 erklärte Italien
Frankreich und Großbrit. den Krieg. Die Sowjetunion besetzte im Juni 1940
die balt. Staaten, erzwang von Rumänien die Abtretung Bessarabiens und der
nördl. Bukowina und gliederte sich alle diese Gebiete an. In
Großbrit. verkörperte W. Churchill, seit 10. 5. 1940 Premier-Min.
einer großen Koalition aus Konservativen, Labour Party und Liberalen, den
brit. Durchhaltewillen. Dt. Anstrengungen im Sommer 1940, durch Vorbereitung
einer Landung auf der brit. Insel und durch eine Luftoffensive
(›Luftschlacht um England‹; Bombardierung brit. Städte, u.)a.
London und Coventry) Großbrit. zum Einlenken zu zwingen, scheiterten. Die
Festigung der dt. Herrschaft auf dem Kontinent und der forcierte Ausbau der dt.
Flotte bedeuteten mittelfristig eine Bedrohung der globalen brit. Machtstellung.
Währenddessen unterstützten die USA vom Herbst 1940 an Großbrit.
immer nachhaltiger. Nach der Niederlage Frankreichs und der zweiten Wiederwahl
Roosevelts vollzog sich der Übergang von der ›parteiischen
Neutralität‹ zum ›unerklärten Krieg‹ mit wachsender
materieller Hilfeleistung (Lend-lease-System).
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